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März 2019



Operation Aderlass: Ein deutscher Eisschnellläufer, Olympiateilnehmer, soll ebenfalls Dopingkunde von Mark Schmidt gewesen sein. 24.3.2019:

sportschau.de: Deutscher Olympiateilnehmer mutmaßlicher Kunde in Erfurt

sportschau.de: German Olympic participant alleged customer in Erfurt

 

 

Manche Beobachter, die der Behauptung eines Wandels im Radsport hin zu wenigr Doping skeptisch gegenüber stehen, sehen sich in ihrer Meinung durch die Affaire Operation Aderlass bestätigt. Einiges hat sich tatsächlich geändert, so äußern sich eine Reihe von Radsportlern offen kritisch. Doch es bleibt auch viel Unsicherheit zurück angesichts der offenbarten Mängel im Kontrollsystem und hinsichtlich der Relevanz des Biologischen Passes. Änderungsvorschläge sind breit gefächert und zeigen viel Ratlosigkeit, die sich auch in der Haltung und im Schweigen betroffener Verbände widerspiegelt. 23,3,2019:

NZZ: Redet endlich über Doping!

 

 

Operation Aderlass: Johannes Dürr präzisierte sein Aussagen über vorhandene Mitwisser seines Dopings und belastete den früheren Renndirektor für Skilanglauf und Biathlon im Österreichischen Skiverband (ÖSV), Markus Gandler, schwer. Unklar bleibt in diesem Artikel, wem gegenüber dies geschah. Die österreichische Staatsanwaltschaft dementierte solch eine Aussage. Bekanntgegeben wurde, dass nicht der Ironman auf Hawaii betroffen sei, sondern der jährlich stattfindende Marathon in Honolulu. 22.3.2019:

FAZ: Kronzeuge belastet Renndirektor

kleinezeitung.at: undeskriminalamt dementiert FAZ-Bericht: Dürr hat Gandler nie erwähnt

 

 

Ken Ilso, dänischer Fußballer beim A-Ligisten Adelaide United, wurde vorläufig suspendiert. Bei ihm wurde ein Kokain-Metabolit festgestellt. 22.3.2019:

Reuters: Adelaide United player provisionally banned for doping

Hintergrund >>> c4f: Dopingfälle im Fußball

 

 

Operation Aderlass: Die Staatsanwaltschaft München gab Einblicke in den aktuellen Stand der Ermittlungen. Danach wurde aus dem Umfeld des Arztes Mark Schmidt eine weitere Person verhaftet. Insgesamt zu 21 Sportlern*innen (einschließlich der bereits 9 bekannten) aus acht europäischen Ländern wird ermittelt, fünf Sportarten, drei davon Wintersportarten, sind betroffen. Seit 2011 bis zu den Razzien wurde eine dreistellige Anzahl von Bluttransfusionen verabreicht. Durchgeführt wurden diese in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südkorea und auf Hawaii. Pro Sportler*in wurden 15 bis 20 Transfusionen durchgeführt, pro Saison zahlten sie 4 000 bis 12 000 € an den Arzt. Medizinisch einwandfrei erfolgten die Transfusionen durch Laien nicht immer, die Sportler gingen hohe Gesundheitsrisiken ein. 20./22.3.2019:

sportschau.de: "Es liegt noch einiges vor uns": Blutdoping-Affäre nimmt riesige Ausmaße an

Stuttgarter Nachrichten: Nur die Spitze des Eisbergs?

FAZ: Von Zufallstreffern und Blutschmuggel

taz: Blut aus der Garage

SZ: Die Spur führt bis zu den Olympischen Spielen

kurier.at: Doping-Skandal: Wem jetzt das Wasser bis zum Halse reicht

SZ: Der Athlet als Blutbeutel

 

 

Seit 2001 gibt es in Thüringen eine unabhängige Expertenkommission zur Bekämpfung von Doping, seit 2003 eine Anti-Doping-Beratungsstelle an der Universität Jena, für die es drei Jahre staatliche finanzielle Unterstützung gab, danach scheiterte allerdings die gewünschte Finanzierung durch Drittmittel. 2018 wurde die Beratungsstelle geschlossen. Nachfragen nach Beratung scheint es in den vielen Jahren kaum gegeben zu haben, auch die Expertenkommission hatte laut dem Vorsitzenden nichts zu tun. Interesse habe es von keinerlei Seite gegeben. 20.3.2019:

TLZ: Thomas Hutt: „Kaum jemand hat sich für das Thema Doping interessiert“

Hintergrund >>> c4f: Vorstellung Thüringer Anti-Doping-Beratungsstelle

>>> c4f: Interview mit Prof. Holger Gabriel, Leiter Thüringer Anti-Doping-Beratungsstelle

 

 

Im Zuge ihrer Ermittlungen um Korruptionsvorgänge und den Dopingskandal innerhalb der früheren Funktionärs- und Trainercliquen der IAAF, erließ Frankreich zwei neue internationale Haftbefehle. Valentin Balakhnichev, Ex-Präsident des russischen Leichtathletikverbandes und Ex-Schatzmeister der IAAF sowie Alexei Melnikov, ehemaliger Cheftrainer der russischen Läufer. Die Ermittlungen in Frankreich bestehen seit 2015, u.a.steht Ex-Präsident Lamine Diack seit dieser Zeit unter Arrest. Nachdem in Russland keine entsprechenden Koruptionsverfahren eröffnet wurden, übernahm in Frankreich die Finanzstaatsanwaltschaft, le Procureur de la République Financier (PNF), die sich insbesondere mit Korrutionsvorgängen befasst, das Verfahren, da die IAAF verdächtige finanzielle Transaktionen in Frankreich tätigte. 19./23.3.2019:

lequipe.fr: Affaire de l'IAAF : les juges français émettent des mandats d'arrêt contre deux anciens responsables russes

sid: Medien: Frankreich erlässt im russischen Dopingskandal Haftbefehl gegen zwei ehemalige Leichtathletik-Topfunktionäre

insidethegames.biz: Duncan Mackay: All roads lead to Senegal in IOC corruption scandals

 

 

Es gab bereits einige Versuche von Doping-Geschädigten eine Rente zu erhalten. Nun planen der Landesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und die Doping-Opfer-Hilfe Berlin (DOH) gemeinsam ein eiteren Versuch. 19.3.2019:

FAZ: Musterverfahren um Entschädigung

Hintergrund >>> c4f: Die Diskussion um eine DDR-Doping-Opfer-Rente

 

 

Interview mit Reyk Albrecht, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Ethikzentrums der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. 19.3.2019:

TA: Ethik-Experte zum Erfurter Dopingskandal: „Verlieren muss erlaubt sein“

 

 

Die Biathlon-WM ist vorbei ohne Razzien und Doping-Schlagzeilen, Operation-Aderlass hat noch keine deutschen Skisportler entlarvt und so ist der Deutsche Skiverband DSV beruhigt und atmet durch. Nun hat er aber erkannt, dass es Doping gibt und Doping den Verband 'schwer treffen' würde und daher will er in Zukunft Doping-Prävention mit Engagement betreiben. 18.3.2019:

DLF: Das will der DSV gegen Doping tun

 





Kelsey Erickson:
lt is worth noting that individual determinants are generaliy inconsistent across research studies whereas situational determinants tend to be more stable. Finally, environmental factors related to country and culture are thought to further influence whistleblowing behaviour. Within this, religion and historical factors have been deemed significant and experts therefore advise against generalising whistleblowing findings across cultural contexts.
...
The reality is that whistleblowing regularly involves significant social and economic costs for the whistleblower and can be a psychologically harrowing experience.
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Plattformen für Whistleblower im Sport haben Konjunktur. Kaum noch ein Verband oder Organisation, die keine eingerichtet haben. Anlässlich der geringen Erfolgsquote des herkömmlichen Kontrollsystems werden große Hoffnungen in das Whistleblowing gesetzt. Doch das ist für viele Menschen nicht einfach, Hürden gibt es eine Menge. Und ob Sicherheit und Anonymität tatsächlich gewährleistet werden können, bleibt fraglich. Damit solche Systeme wirkungsvoll etabliert sind, bleibt noch viel zu tun. Zu berücksichtigen sind vor allem auch kulturelle und soziale Unterschiede weltweit. 18.3.2019:

Erickson/Backhaus: Whistleblowing: athletes shouldn’t have to choose between their careers and the truth

Hintergrund: Ein ausführlicher Artikel zum Thema bezogen auf den Radsport von Erickson ist zu finden in "Doping in Cycling, Fincoeur, Gleaves, Ohl" : Blowing the whistle on doping in cycling.

 

 

Wilhelm Lilge, österreichischer Trainer und Anti-Doping-Experte fasste die wichtigsten Themen rund um die Operation Aderlass und Doping in Österreich zusammen und kommentiert pointiert. 17.3.2019:

Lilge: Der Dopingskandal von Seefeld - was am Ende des Tages davon übrig bleibt. "Im Spitzensport dopen eh fast alle und mir ist es egal" (?)

 

 

Der CAS richtete ab 1.1.2019 eine unabhängige Anti-Doping-Abteilung ein, die Anti-Doping Division of the Court of Arbitration for Sport (CAS ADD), die dem IOC, internationalen olympischen Verbänden und anderen Signatoren des WADA-Codes anbietet, für sie die Doping-Verfahren und -Rechtsprechung in erster Instanz zu übernehmen. Früher gab es solch eine Einrichtung während Großveranstaltungen wie olympischer Spiele, um schnell Entscheidungen treffen zu können. Die Internationale Triathlon-Union ITU ist der erste Verband, der unterzeichnete. 17.3.2019:

insidethegames.biz: ITU become first Federation to sign up with new Court of Arbitration for Sport Anti-Doping Division

 

 

Falsch positive Tests und positive Tests aufgrund kontaminierter Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel sind nicht selten, werden aber nicht immer als solche erkannt und nachgewiesen, insbesondere dann, wenn die Athleten keine Möglichkeiten sehen, selbst den Nachweis zu erbringen. In diesem Zusammenhang kritikwürdig scheint, dass der WADA-Code zwar vorsieht, dass Dopingurteile mit Athletennamen veröffentlicht werden sollen, andererseits die Einstellung von Verfahren und Aufhebungen von Strafen nicht mitgeteilt werden müssen.

Hier zwei aktuelle Fälle nicht aufrechterhaltener Verfahren/Urteile mit untershiedlichem Verhalten der Anti-Doping-Agenturen. 16./18.3.2019:

insidethegames.biz: FINA withdraw doping case against Dutch swimmer after results found to be incorrect

sportsintegrityinitiative.com: Phillips decision highlights lack of supporting case law in ADRV cases

 

 

Interview mit Martin Prinz, Autor der Dürr-Biografie, die er gemeinsam mit dem Sportler verfasste. Dürrs zweites Geständnis, wonach er in Vorbereitung seines Comebacks erneut zu Blutdoping griff, kam auch für Prinz völlig überraschend. 16.3.2019:

derstandard.de: Autor Martin Prinz: "Johannes hat da etwas vernichten müssen"

 





März 2019
Staatsanwalt Kai Gräber, München, anlässlich der Operation Aderlass über eine Kronzeugenregelung:

Aber die Kronzeugenregelung würde in meinen Augen eine Chance darstellen, dass die Strafverfolgungsbehörden eine schnellere Handhabe bekommen. Weil es nicht einfach ist, an solche Fälle im Hochleistungssport heranzukommen. Die Tage, in denen Autos mit einem Kofferraum voller Ampullen durch die Republik fahren, sind vorbei. Die Kronzeugenregelung ist ein wichtiges Instrument, welches noch fehlt. Was insofern auch ungerecht ist: Der Hintermann, der das gewerbsmäßig betreibt, der hat die Möglichkeit, sich eine Strafmilderung zu verschaffen, das ist im Strafgesetzbuch geregelt. Aber der Sportler nicht. Der Fall zeigt eigentlich, wie effektiv Doping-Ermittlung im Bereich der Strafverfolgung ist. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, ist es möglich, so eine Aktion durchzuführen. Weil man Informationsgewinnung betreiben kann, die solche erfolgreichen Aktionen erlauben. Es wäre wünschenswert, wenn Strafverfolger des Öfteren mal mit solchen Informationen versorgt werden. Weil man dann auch die Hintermänner heranziehen kann.
(FAZ, 3.3.2019)

>>> Operation Aderlass
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Operation Aderlass: Die CDU scheint sich Gedanken zu machen über die Erweiterung des Deutschen Anti-Doping-Gesetzes um eine Kronzeugenregelung. 2015 lehnte die Bundesregierung dies noch ab. 13./16./21.3.2019:

sport.de: Nach Doping-Skandal: Bundestag prüft Kronzeugenregelung

DLF: „Wir müssen über eine Kronzeugenregelung sprechen“

FAZ: Das Glück des Staatsanwalts

Hintergrund >>> c4f: Dossier Deutsche Anti-Doping-Gesetzgebung: Kronzeugenregelung

 

 

Vermutlich ehemalige Angestellte der alten RUSADA arbeiten heute für ein privates Unternehmen, das Athleten gegen Bezahlung Dopingberatung anbietet. Zum einen geht es um Hilfe beim Verschleiern des Dopings, zum anderen um Tests mir denen festgestellt werden soll, wann und ob die Sportler wieder sauber sind. Margarita Pakhnotskaya von der RUSADA erklärte, dass Untersuchungen dahingehend laufen, ob auch der Verband selbst dieses Angebot nutzt und ob auch andere Sportarten und Verbände betroffen sind. 15.3.2019:

AP: Russian doping officers accused of warning athletes of surprise test

 

 

Der CAS sprach Skirennfahrer Stefan Luitz vom Verdacht des Dopings frei. Luitz hatte vor einem Weltcup-Rennen eine Behandlung mit Sauerstoff, die von der WADA nicht verboten war, erhalten. Die Regularien der FIS verboten diese jedoch, woraufhin der Athlet von der FIS seinen Weltcupsieg aberkannt bekam. Der CAS urteilte, dass im Falle von unterschiedlichen Regularien, die miteinander in Konflikt stehen, die WADA-Regel über der Verbandsregel steht und damit zu beachten ist. 15.3.2019:

CAS: ALPINE SKIING - The appeal of Stefan Luitz is upheld

dpa: Luitz bekommt Sieg zurück

 

 

Interview mit Hajo Seppelt. 15.3.2019:

donaukurier.de: Spielverderber

 

 

Bericht, Zusammenfassung des ersten Tages des WADA-Symposiums in Lausanne und Anliegen der Athleten. 13./14.3.2019:

sportsintegrityinitiative.com: WADA Symposium Day 1: Anti-doping gets more complicated as WADA evolves

sportsintegrityinitiative.com: WADA Symposium: Athletes make inroads into the WADA Code

 

 

Vor vier Jahren begann eine Studie über die Folgen des DDR-Dopings bei ehemaligen Athlet*innen an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Schwerin. Nun liegen erste Zwischenergebnisse vor. 14.3.2019:

NDR: Studie belegt: DDR-Dopingopfer leiden bis heute

dpa: Studie belegt: DDR-Dopingopfer erkranken häufiger

 

 

Drei Kandidaten, alle Sportminister ihres Landes, kämpfen noch um die Nachfolge von Craig Reedie als WADA-Präsident: aus Polen Sportminister Witold Ba?ka, aus der Dominikanischen Republik Marcos Diaz und die norwegische amtierende WADA-Vize-Präsidentin Linda Helleland. Helleland unterlag zwar in der Abstimmung um den europäischen Kandidaten, stellt sich aber dennoch zur Wahl. Die WADA-Satzung gibt vor, dass bei dieser Wahl der Präsident/die Präsidentin aus den Reihen der Politik kommen muss. 14.3.2019:

insidethegames.biz: WADA Presidential candidates use Annual Symposium to pitch ideas as campaign to replace Sir Craig steps up

 

 

Causa Russland: Die WADA versucht die internationalen Sportverbände zu motivieren, sich an der Auswertung der großen Datenfülle zu beteiligen, die die WADA durch die Kopien der Datenbanken des russischen Anti-Doping-Labors erhalten hat. Unterstützung scheint wichtig und könnte einiges erleichtern und beschleunigen, doch bislang haben sich nur die IAAF und die IBU aufgrund der sie selbst betreffenden öffentlich gewordenen Skandale intensiv mit den russischen Vorgängen befasst. 14.3.2019:

insidethegames.biz: WADA admit International Federations may need encouragement in pursuing cases from Moscow Laboratory data

 





FAZ, 12.3.2019:
Sicher ist im Bereich der Nachweismethoden für Manipulation eine stete Justierung und Optimierung der Systeme notwendig." Denn der Doper X hat seine Methode längst verfeinert, wie die Enthüllungen im Fall Marc S. belegen. Das gelagerte Blut wird nicht nur kurz vor dem Wettkampf hinzugeführt, sondern kurz danach wieder abgezapft. "Ein ungedopter Hochleistungssportler hat sich an die Grenzen seines natürlich sinnvollen Blutvolumens herantrainiert", sagte der Mediziner und Anti-Doping-Experte Professor Perikles Simon: "Das vor dem Wettkampf zu viel gegebene Blut wird nach dem Rennen vermehrt wieder abgebaut. Um das zu verhindern und um im Gegenteil zu ermöglichen, dass der Athlet wieder mit demselben Leistungsvorteil in den nächsten Wettkampf geht, nimmt man ihm das Blut gleich wieder ab."

Die Fahnder des Kontrollsystems hatten diese Variante offenbar nicht auf dem Schirm. "Es ist neu, dass Bluttransfusionen direkt vor dem Wettkampf durchgeführt werden. Die bisherige Erkenntnis war, dass am Abend zuvor noch verbotene Methoden angewendet wurden. Direkt vor dem Wettkampf wurden bisher keine Proben genommen, da dies als unverhältnismäßig gilt. Aufgrund der aktuellen Vorkommnisse muss aber eine Neubewertung erfolgen", teilte Nada-Chefin Gotzmann mit. Mit anderen Worten: Kontrolleure sollen in Zukunft auch am Tag des Wettkampfes nach dem Rechten sehen und nicht erst im Ziel. Das kostet. Die Nada wünscht sich dazu "vom Sport und insbesondere von den großen Sportsponsoren in Bezug auf die Finanzierung ein deutlicheres Zeichen für den sauberen Sport".
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Ivan Waddington, 2019:
My argument about the limtations of any policy based on biological testing is more fundamental and it is this: no matter how technically sophisticated and effectiv the analysis of urine and blood samples may become, and no matter how sophisticated the process of biological profiling may become - and also assuming that major problems involving corruption and lack of commitment to anti-doping among some anti-doping and federation officials (WADA, 2013) can also be overcome - such techniques will, by their very nature, remain inherently incapable of telling us anything at all about the social proesses which constrain and encourage and facilitate and conceal drug use in sport. ... such tests can tell us nothing about the culture of doping, or about relationships between drug-using athletes, doctors, managers, coaches, drug suppliers, and others in the doping network. In other words, the results of thus tests - even where they are sucessful in identify individual drug-using athletes - can tell us nothig about those processes an understanding of which is essentiel for an understanding of drug use in sport. And without a proper understanding, the possibilities of effective control are minimal.
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Operation Aderlass: Die WADA konnte sieben Athleten mit auffälligen Blutparametern identifizieren, die dieser Affaire zuzuordnen sind. Einige Blutparameter, festgehalten im Biologischen Pass, sind verdächtig, andere legen Blutdoping sehr nahe. Sportler stehen mit solch auffälligen Blutparametern unter Beobachtung und besonderer Kontrolle, inwieweit das bei den in die Affaire verwickelten Athleten geschah und wie die betreffenden Verbände eingebunden waren, geht aus dem Artikel nicht hervor. 14.3.2019:

velonews: WADA says biological passport works despite latest scandal

 

 

Athleten-Vereinigungen:

- Offener Brief von Global Athlete. 13./14.3.2019:

Global Athlete: “One common theme stands out:

Athletes want an equal say with administrators on how sport is run and how it looks in the future”

insidethegames.biz: Koehler calls for tougher sanctions against athlete entourages after Austrian caught in middle of blood transfusion

 

- Presseerklärung von Athleten Deutschland e.V. und Interview mit Athletensprecherin Amelie Ebert. 8./12.3.2019:

Athleten Deutschland: Athleten Deutschland e.V. fordert frühzeitige Einbindung inanstehende Reformendes Anti-Doping-Systems

SZ: Interview mit Amelie Ebert "Doping ist ein Systemproblem"

 

 

Die WADA hat eine Studie in Auftrag gegeben, die unter den Teilnehmer*innen der European Games 2019 in Minsk durchgeführt wird und herausfinden soll, wie die Einstellung zu Doping und dessen Verbreitung ist. Diese Studie ist Teil einer neuen Programms der Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Olympischen Komitees (EOC) und der WADA. 11./13.3.2019:

EOC: EOC INKS PARTNERSHIP WITH WADA IN DEFENCE OF CLEAN ATHLETES

insidethegames.biz: WADA to seek feedback on prevalence of doping behaviour from athletes at Minsk 2019 European Games

 

 

Causa Russland: Vitali Stepanov fragt bei WADA-Präsident Reedie nach, weshalb seitens der WADA keine Schritte zu einer Sanktionierung von Yuri Nagornykh, der 2017 vom IOC zusammen mit Vitaly Mutko von der Teilnahme an Olympischen Spielen lebenslang ausgeschlossen wurde, unternommen wurden. Nagornykh wurde 2018 Präsidiumsmitglied des russischen Fußball Clubs Lokomotive Moskau. Die WADA wird an die FIFA herantreten. 10./13.3.2019:

Hajo Seppelt: Brief Vitaly Stepanov an Reedie

Hajo Seppelt: Antwort Craig Reedie

Hajo Seppelt: Antwort Vitaly Stepanov an Reedie, vollständiger Brief

insidethegames.biz: WADA to ask FIFA to look into possible sanctions after Nagornykh lands role with Lokomotiv Moscow

 

 

Eine Gesetzesinitiative norwegischer Politiker will erreichen, dass diejenigen bestraft werden, die finanziell von Doping profitieren konnten. Ihnen sollte dieses Geld wieder entzogen werden. Auch sollen Veranstalter stärker gegen Doping in die Pflicht genommen werden. 12.3.2019:

insidethegames.biz: Helleland among Norwegian MPs to call for Government to prosecute athlete entourage members who have profited from doping

 

 

Einblicke in die österreichische Sportwelt und deren Selbstverständnis, aber nicht nur in diese, die nicht ohne das journalistische Umfeld zu verstehen sind. 10./12.3.2019:

orf.at: IM ZENTRUM: Sp(r)itzensport - Geht's nicht ohne Doping?

profil.at: "Ist das gut für den Sport?“

 

 

Operation Aderlass: weitere Entwicklungen und Aussagen. 11./12.3.2019:

orf.at: Hauke und Baldauf, Doping war ein „Riesenfehler“

aerztezeitung.de: Gericht beschließt Auslieferung mutmaßlicher Doping-Komplizen

sportschau.de: Wie bei der Mafia: Ermittlungen in Blutdopingaffäre vor entscheidender Phase

SZ: Festnahme in Estland

euronews: Estonia opens criminal case against ski coach over doping

AP: Kazakhstan comes to defense of skier arrested for doping

 

 

Causa Russland: Die IAAF bestätigt die Suspendierung des Russischen Leichtathletikverbandes RusAF. 11.3.2019:

IAAF: No change to Russian status in IAAF Council Meeting

insidethegames.biz: New hitch to Russian reinstatement as IAAF Task Force probes allegations of discredited coaches remaining active

 

 

Causa Russland: Die personnelle Erneuerung innerhalb der russischen Leichtathletik scheint in manchen Bereichen kaum Fortschritte zu machen, wie die weitere Anstellung des ehemaligen Cheftrainer Valentin Maslakov nahelegt. 10.3.2019:

sportschau.de: Russischer Cheftrainer aus Doping-Ära noch immer im Nationalteam

sportschau.de: Russian head coach from the doping era still involved in national team

 

 

Operation Aderlass: Sportgespräch des DLF mit Kai Gräber, Doping-Schwerpunktsstaatsanwaltchaft München. 10.3.2019:

DLF: „Die Dunkelziffer ist erheblich“

 

 

"Austria is a too small country to make good doping." Dieser Ausspruch Schröcknagels 2006 anlässlich der Turin-Affaire, bleibt unvergessen. Zumal die Personen, die damals die Fäden spannen, heute immer noch einflussreich mitspielen. Interessant die Zusammenstellung zu der hohen Zahl überführter Athleten und Sportirektor Gandler. 10.3.2019:

diepresse.com: Doping: Ein radikaler Kulturwechsel wäre angebracht

kurier.at: Olympia-Skandal: "Austria is a too small country", 18.2.2016

 

 

Gespräch des LSB Thüringen mit Eltern deren Kinder in der Praxis Schmidt einer Leistungssport-Tauglichkeitsprüfung unterzogen wurden. Sinnvoll, naiv oder Augenwischerei? 9.3.2019:

DLF: „Die Eltern waren sehr erschrocken“

 

 

Humanplasma/Biathlon Taschler-Ferrari/Operation Aderlass - Letztlich scheinen die Beziehungen überschaubar. Johannes Dürr ist familiär verbunden mit Vater und Sohn Taschler, die im Biathlon Dopingspuren hinterließen, aber insbesondere Vater Gottlieb wohl noch immer viel Einfluss besitzt. So soll laut früheren Presseberichten Taschler seinem damaligen Schwiegersohn Dürr EPO-Mimetika beschafft haben. Insgesmt bleibt noch Einiges in den verschiedenen und doch zusammenhängenden Biathlon-Affairen im Dunkeln. 7./9.3.2019:

salto.bz: Winnebacher Vorspiel

taz: Aufklärung light

Hintergrund: diepresse.com: Biathlon/Langlauf: Dürr-Schwiegervater im Visier der Doping-Ermittler, 12.12.2014

nzz:ch: Spitzenfunktionär auf der Anklagebank, 7.3.2016

tt.com: Daniel und Gottlieb Taschler sowie Arzt Ferrari verurteilt, 4.4.22017

tt.com/APA: Urteile gegen Arzt Ferrari und Biathlon-Funktionär annulliert, 24.6.2018

 

 

Das Auffliegen des Schmidt-Netzwerkes in Verbindung mit den alten Verbindungen und Affairen in Österreich lässt viele vermuten, dass österreichische Sportler*innen besonders gefährdet sind, zu dopen. Möglicherweise liegt dies auch an fehlenden Betreuungsstrukturen im nationalen Leistungssport. 8.3.2019:

derstandard.at: Doping-Hintergrund: Spritzennation statt Spitzennation

 

 

Operation Aderlass: Weitere Entwicklungen, Details und Gerüchte wie Dementierung eines Geständnisses, kasachischer Hintermann, italienische Mafia und ein gemietes Ferienhaus in Norwegen. 8.3.2019:

SZ: Lucky Luke und der General

kurier.at: DopingskandalDeutscher Doping-Arzt mietete in Lillehammer während Weltcups ein Haus

 

 

Einige Gedanken zur Aderlass-Affaire: Offener als in anderen Affairen wurde die langwährende und enge Vernetzung involvierter Strukturen länder- und verbandsübergreifend offen dargelegt. Der im Zentrum stehende Sportler Dürr muss jedoch, sicherlich auch aufgrund seiner widersprüchlichen und nur schwer zu vermittelnden Haltung, aber nicht nur, die Hauptlast in der öffentlichen Diskussion tragen, vor allem da ihm moralische Integrität abgesprochen wird. Das Dilemma in dem Dürr steckte, wurde nicht von ihm geschaffen, sondern erzählt viel über die Realität des Spitzensports und dürfte für viele Sportler*innen zur Falle geworden sein. Sie sind es, die in den meisten Fällen die unangenehmen Konsequenzen ausbaden müssen, weniger bis selten die anderen Sportakteure, die ebenfalls darin stecken können. Man kann sagen, dass das Dilemma im Spitzensport angelegt ist. Ohne umfassende Berücksichtigung entsprechender Analysen, die es gibt, und selbstkritischer Reflektionen mit hoher Transparenz des gesamten Akteursumfeldes, einschließlich der Sportfans und Zuschauer, wird die gegenwärtige Aufregung wieder wie so oft verpuffen und nichts wird sich ändern, vor allem nicht wenn es bei moralischer Entrüstung und eingleisigen Schuldzuweisungen bleibt. Leider ist alles andere anstrengend und macht Arbeit, ganz abgesehen von möglichem Machtverlust. 6./7./8.3.2019:

playthegame.org: Doping in Seefeld – It’s about intelligence

taz: Kein Schwarz-Weiß-Denken, bitte

sportsintegrityinitiative: The horror of the scapegoat

 

 

Die kommende Gewichtheber-WM wird wie geplant in Thailand stattfinden, während der nationale Verband sich selbst wegen vielen Dopingfällen suspendierte und keine Athlet*innen teilnehmen lässt. Dies gilt auch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. 7.3.2019:

insidethegames.biz: Thailand keeps weightlifting World Championships despite self-imposed Olympic Games ban

 

 

Die deutsche NADA beabsichtigt ihre Kontrollphilosophie etwas den neuesten Erkenntnissen anzupasseen und plant angeblich in Zukunft auch direkt vor Wettkämpfen kontrollieren zu lassen. 7.3.2019:

diepresse.com: Anti-Doping-Agentur zieht erste Konsequenzen aus Causa Seefeld

 

 





Dopingmethode Bluttransfusionen
- von Beckenbauer bis Dürr
>>> c4f: Bluttransfusionen mit langer Tradition
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Operation Aderlass: Johannes Dürr, auf dessen Aussagen die aktuelle Doping-Affaire zurück geht, wurde verhaftet wegen Verdachts auf schweren Betrug und Sportbetrug. Er legte ein weiteres Geständnis ab, wonach er sich auch wieder 2018 in Vorbereitung auf sein Comeback mit Bluttransfusionen dopte. Das Blut war noch bei Mark Schmidt eingelagert. 7.3.2019:

sportschau.de: Langläufer Dürr festgenommen

sportshau.de: Johannes Dürr im Interview: Betrug bis zuletzt

 

 

Operation Aderlass / Humanplasma: Stefan Matschiner stand 2010 wegen seiner Dopingaktivitäten vor Gericht. Für die Anwendung von Blutdoping hatte er sich eine Blutzentrifuge aus dem Nachlass von Humanplasma angeschafft, die zwar erst konfisziert wurde, ihm aber nach dem Prozess zurück gegeben wurde. Mark Schmidt übernahm später diese Ausrüstung. 7.3.2019:

kurier.at: Warum Matschiner seine Doping-Zentrifuge zurück bekam

 

 

Operation Aderlass: Interview mit den beiden österreichischen Langläufern Max Hauke und Dominik Baldauf zu ihren Dopinggeschichten. 6.3.2019:

krone.at: Hauke und Baldauf packen aus: Das ganze Interview

 

 

David Howmann, Vorsitzender der Athletics Integrity Unit (AIU) der IAAF und Inhaber weiterer Ethik und Anti-Korruptionsposten, wurde in die Ethik-Kommision des Internationalen Tennisverbandes ITF berufen. 5.3.2019:

insidethegames.biz: Former WADA director general joins new International Tennis Federation Ethics Commission

 

 

Der Nachweis von Blutdoping mittels Bluttransfusionen ist generell schon schwierig. Die jüngsten Fälle zeigen, dass durch intellligente Anwendungen dieser Nachweis kaum noch möglich ist, da im Blutpass keine auffälligen Schwankungen der Blutparameter mehr auftauchen. 5.3.2019:

radsport-news.com: So gut und so schlecht funktioniert der individuelle Blutpass

 

 

Operation Aderlass: Der estnische Ski-Langläufer Algo Kärp gesteht Doping in Verbindung mit Mark Schmidt. 5.3.2019:

sportschau.de: Weiterer Langläufer gesteht Eigenblutdoping

 

 

Interview mit dem Vorsitzenden des LSB Thüringen Stefan Hügel. 5.3.2019:

MDR: LSB-Chef Hügel: "Es ist die volle Katastrophe!"

 

 

Beim Betrachten des weiteren und näheren Umfeldes von Arzt Mark Schmidt stößt man auf viel altbekannte Namen und Strukturen sowohl in Deutschland wie auch in Österreich. Eine kleine, eng vernetzte Welt, die anscheinend Aufdeckung wenig fürchtete bzw. befürchten musste. 2./3./5./6.3.2019

DLF: Wie groß war der Einfluss des mutmaßlichen Dopingarztes?

FAZ: Im vereinigten Sport-Biotop

SZ: 55 000 Euro für die Erfurter Praxis

MDR: Doping-Affäre reicht offenbar bis zum Landessportbund Thüringen

sportschau.de: Mark Schmidt und sein Umfeld

sport inside: Ausgeprägte Betrugsmentalität

>>> c4f: Dr. Mark Schmidt

 

 

Stefan Matschiner, erfahrener Dopingnetzwerker, dessen Blutdopingausrüstung anscheinend bei Mark Schmidt gelandet war, dämpft die großen Erwartungen auf Aufdeckung zahlreicher Doper in verschiedenen Sportarten durch einen DNA-Abgleich der ca. 40 gefundenen Blutbeutel. Seiner Erfahrung nach gehören diese höchstens 10 Personen. Da diese aber nur ein Bruchteil der tatsächlichen Fälle ausmachen, sei davon auszugehen, dass sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern etliche weitere Dopingpraxen existieren. An anderer Stelle sprach er davon, dass wahrscheinlich, saisonbedingt, vor allem Wintersportler und Radsportler vertreten seien. 4./5.3.2019:

stuttgarter-zeitung.de: Ex-Doping-Dealer: „Leistungssport ist Heuchelei“

ORF TVthek: ZIB-2-Interview mit Stefan Matschiner

 

 

Robert Snodgrass, Mittelfeldspieler von Westham United, muss sich einem Verfahren stellen wegen Beschimpfung und Beleidigung von Doping-Kontrolleuren anlässlich einer Trainingskontrolle am 6. Februar 2019. 4.3.2019:

BBC: West Ham midfielder Robert Snodgrass charged by Football Association

 

 

Sie lebe hoch, die Nulltoleranz. Erklärungen der Verbände.

WADA: WADA statement on police raids in Austria and Germany

ÖSV: ÖSV-Präsident nimmt zu Dopingfällen Stellung

FIS: FIS Imposes Provisional Suspensions of Three Cross-Country Skiers

DOSB: Keine systematische Betreuung von Kaderathleten in beschuldigter Praxis

IOC-Reaktion

LSB: Doping-Affäre: LSB ist entsetzt und fordert Aufklärung

ÖRV-Stellungnahme Anti-Doping-Vergehen

 

 

Operation Aderlass: Der österreichische Radprofi Georg Preidler hat ebenfalls Blutdoping gestanden. 4.3.2019:

steiermark.orf.at: Doping: Geständnis auch von Radprofi Preidler

kleinezeitung.at: EigenblutdopingGeständnis von Radprofi Georg Preidler: "Ich habe gedopt"

 

 

Operation Aderlass: Der österreichische Radprofi Stefan Denifl soll ebenfalls zu den Kunden Schmidts gehört haben. Er habe mittlerweile ein Geständnis abgelegt. 3./5.3.2019:

kurier.at: Auch Tiroler Radprofi Denifl gestand Blutdoping

tt.com: Ermittler: Auch Lebensgefährtin von Radprofi Denifl wusste Bescheid

 

 

Operation Aderlass: Reaktionen und vorläufige Ergebnisse der Razzia. 1./2./3./5.3.2019:

sid: Fis bestätigt Namen der Langläufer

sportschau.de: Österreichischer Ski-Verband will Langlauf loswerden

err.ee: Doping scandal: Tammjärv comes clean, Veerpalus pull disappearing act

kleinezeitung.at: Festgenommene Sportler aus Estland gestehen Doping

insidethegames.biz: Athletes arrested in raids at Nordic Ski World Championships provisionally suspended as Estonian admits doping since 2016

SZ: Es gibt Parallelen zum Fuentes-System

welt.de: „Er hat mein Vertrauen missbraucht, auf das Perfideste“

sportschau.de: Blutige Geschäfte - die aktuellen Hintergründe der Doping-Razzia, Video

SZ: Spuren nach Tirol und Wien

Marcel Kittel: Gedanken zu Erfurt

 

 

Interview mit Hajo Seppelt zu den jüngsten Ereignissen um Erfurt und Ski-WM. 2.3.2019:

tt.com: Doping-Experte Seppelt: „Demut beim ÖSV wäre das Richtige“

 

 

Dr. Mark Schmidts Praxis war viele Jahre als "Sportmedizinische Untersuchungsstelle" mit dem Landessportbund Thüringen (LSB) eng verwoben. Und ebenfalls seit vielen Jahren scheint Schmidt ein internationales Netzwerk aufgebaut zu haben. Er stand bereits früher unter Verdacht, Sportler beim Dopen zu unterstützen, ein Nachweis gelang aber nicht. 28.2./1./2.3.2019:

LSB Thüringen: Doping-Affäre: LSB ist entsetzt und fordert Aufklärung

SZ: Erfurter Praxis betreute auch viele deutsche Sportler

FAZ: Wie weit reicht der Doping-Skandal wirklich?

SZ: Der Arzt, der stets alles bestritt

Thüringer Allgemeine: Dopingskandal: Erfurter Sportmediziner bleibt in Haft

Thüringer Allgemeine: Präsident des Landessportbundes: „Wir müssen die Konsequenzen tragen“

Thüringer Allgemeine: Doping-Skandal um Erfurter Arzt erreicht völlig neue Dimension

orf.at: Coach stellte Kontakt zwischen Arzt und Esten her

DLF: Wie groß war der Einfluss des mutmaßlichen Dopingarztes?

Hintergrund DLF: Milram will sich von Sportmediziner Mark Schmidt trennen, 28.5.2009

Thüringer Allgemeine: 18.4.2013

Badiscche Zeitung: Staatsanwälte ermitteln gegen Sportmediziner , 16.5.2013

tagesspiegel.de: Viagra im Kulturbeutel, 8.8.2013

zeit.de: Betrüger in Weiß

FAZ: Blut und Spiele - Zitate aus dem FAZ-Artikel

 

 

Russischen Sportler*innen ist es ab sofort veroten, alkoholische Getränke vor und während des Dopingkontrollprozesses zu trinken. Alkohol kann angeblich das Erkennen von Dopingmitteln verfälschen und kann Athleten aggressiv machen. Ein Verstoß wird mit einer Verwarnung geahndet. Insbesondere Leichtathleten sollen häufig Alkoholgetränke während Dopingkontrollen zu sich genommen haben. Der Internationale Eishockeyverband und die FIFA sollen bereits eine entsprechende Regelung haben. 1.3.2019:

TASS: Alcohol-free doping samples: RUSADA bans Russian athletes from drinking beer during tests

washington post: Hold that beer: Russian athletes no longer allowed a brew before doping tests

 

 

Der polnische Sportminister Witold Banka hat sich als Europas Kandidat für die WADA_Präsidentschaft durchgesetzt. Linda Helleland, Sportminissterin Norwegens, unterlag angeblich klar. Sie hat die deutlichste und kämpferischste Haltung in den letzten Monaten gezeigt und viel Zustimmung unter Kritikern des gegenwärtigen Anti-Doping-Regimes, aber auch sehr viel Gegenwind aus den Reihen des Sports und der Politik erfahren. 27.2./1.3.2019:

dpa: Pole Banka ist Europas Kandidat für das WADA-Präsidentenamt

insidethegames.biz: Council of Europe approve Ba?ka as WADA President candidate

insidethegames.biz: Helleland vows to continue campaign for WADA President even after failure to secure European nomination

 



Februar 2019



Sind härtere Strafen der Weg zu weniger Doping im Spitzensport? In Deutschland und Italien können Top-Athleten wegen Eigendopings mit Hilfe von Anti-Doping-Gesetzen bestraft werden, doch wurde und wird damit tatsächlich Doping präventiv reduziert? Belastbare Beweise hierzu gibt es nicht, ebenso wenig darüber, dass das Umfeld sich dadurch beeindrucken lässt. Ob der Skandal um Dr. Schmidt in Deutschland etwas bewirkt, muss sich erst zeigen, Zweifel sind angebracht. In Italien gab es Conconi, Ferrari und viele weitere Ärzte, die z.T. über Jahre vor Gericht standen, genutzt hat es nichts. 28.2.2019:

orf.at: Interview mit Wilhelm Lilge, österreichischer Leichtathletiktrainer

 

 

Dopingrazzien in Erfurt und in bei der Ski-WM in Seefeld - Operation - Aderlass - führten zu mehreren Festnahmen. Ein Österreichischer Sportler während einer Bluttransfusion festgenommen. In Erfurt stand die Praxis von Dr. Mark Schmidt im Zentrum. Hier wurden zahlreiche Unterlagen und Blutbeutel sicher gestellt, die nahe legen, dass seit Jahren viele Sportler aus unterschiedlichen Sportarten mit Hilfe dieser Arztpraxis Blutdoping betrieben haben. Die Razzien gehen auf Aussagen von Johannes Dürr zurück und finden in Zusammenarbeit mit der WADA statt. 27./28.2.2019:

sportschau.de: Neun Festnahmen nach Razzien in Zusammenhang mit der Ski-WM

taz: Mit der Nadel im Arm

WADA: WADA statement on police raids in Austria and Germany

kurier.at: Operation Aderlass: Wer geht noch ins Doping-Netz?

kurier.at: Die Dopingaffäre und der ÖSV: Wenn die Opferrolle System hat

SZ: Doping made in Germany

SZ: Eine Kanüle im Arm, Dutzende Blutbeutel im Kühlschrank

br.de: So ist der Stand beim Doping-Skandal der Nordischen Ski-WM

 

 

Johannes Dürr im Interview über seine Erfahrungen nach dem Geständnis. 27.1.2019:

sportschau.de: Das vollständige Exklusiv-Interview mit Johannes Dürr

 

 

Bernard Sainz, über Jahrzehnte aktiver und berüchtigter Dopingunterstützer und Soigneur, bekannt als Dr. Mabuse, konnte in einer Berufungsverhandlung in Caen die Reduzierung seiner 9monatigen Gefängnisstrafe auf 12 Monate Gefängnis auf Bewährung sowie eine erhebliche Minderung der Geldstrafe erreichen. 27.2.2019:

L'Equipe: Dopage : sanction allégée pour Bernard Sainz en appel

 

 

Die IAAF erklärte weitere 21 russische Sportler/innen für 2019 zu neutralen Athleten. 21./25.2.2019:

IAAF: IAAF approves the application of 21 Russians to compete internationally as neutral athletes

insidethegames.biz: Olympic silver medallist among 21 further Russians granted neutral status by IAAF

 

 

Kobald scheint ein wirkungsvolles Dopingmittel zu sein. Es ist weit verbreitet, aber gesundheitlich gefährlich. Es ist schon verboten, doch ein Grenzwert ist noch nicht festgelegt, weshalb keine Sanktionen ausgesprochen werden können. Die WADA arbeitet daran. Zumindest in Deutschland werden Urinproben mit Kobaldspuren langzeitgelagert, damit sie sobald ein verbindlicher Grenzwert vorliegt, nachgetestet werden können. Auch im Skilanglauf ist es nicht unbekannt. 28.1./24.2.2019:

br.de: Wirkt wie Epo – neue Studie zu Kobalt alarmiert Dopingfahnder

zdf: Kobalt, das unterschätzte Dopingmittel

 

 

Wie ist der Stand im falle Alex Schwazer? Ursprünglich war für den Hebst 2018 ein Ergebnis der Nachuntersuchungen seiner Urinproben angeordnet von der Bozener Staatsanwaltschaft erwartet worden, doch es blieb ruhig zu dem Fall. In einem Interview der Gazzetta dello Sport mit Schwazer erklärt der Sportler, dass die entscheidende Frage wohl die Konzentration der DNA in den Proben sei. Untersuchungen mit 100 Vergleichsproben anderer Personen, hätten gezeigt, dass sich die DNA-Konzentrationen über den vorliegenden langen Zeitraum von über 2 Jahren verringerten, sich die DNA-Konzentration von Schwazer in den vorliegenden Proben aber anders verhalte. Damit könnte der Vorwurf, die Urinproben seien manipuliert worden, an Glaubwürdigkeit gewinnen. Die abschließende Bewertung steht noch aus. 19.2.2019:

gazzetta.it: Schwazer, doping: "L'inchiesta dimostrerà che ero pulito"

Hintergrund spe15.fr: homas Capdevielle, mis en cause par Schwatzer, soutenu par l’AIU, 24.2.2019

>>> c4f: Fischetto, Schwazer und mehr

 

 

Die IAAF veröffentlicht sensible Sportlerinnen-Daten, die angeblich streng anonymisiert sind, sich jedoch mit anderen Dateien abgleichen lassen und so sicher Namen zuordnen lassen. 24.2.2019:

sportschau.de: Datenskandal belegt ähnliche Fälle wie Semenya

sportschau.de: Data scandal exposes similar cases to Semenya

 

 

Prof. Hans-Joachim Teichler, emeritierter Sporthistoriker an der Universität Potsdam und Experte in DDR-Sportgeschichte im Interview zu der Diskussion um Dopingopfer und Doping im DDR-Sport. 24.2.2019:

DLF: War jeder Doper auch ein Dopingopfer?

 

 

Am 1.1.2019 startete ein europäisches ERASMUS-Doping-Präventionsprogramm in Kooperation mit UEFA und iNADO für den Amateur-Fußball, an dem sich 6 Länder beteiligen (Norwegen, Bulgarien. Litauen, Großbritannien, Griechenland, Belgien, ohne Deutschland). Das Programm gliedert sich in 4 Schritte und bezieht sich auf den Amateurfußball. 1. Evaluation der aktuellen Situation; 2. Erstellung von Bildungs- und Aktionsmaterialien; 3. Erstellung von Materialien für "Anti-Doping-Coaches" (Anti-Doping-Botschafter); 4. wichtigster Punkt: Schaffung eines Anti-Doping-Verhaltenskodexes für den Amateur-Fußball (Amateur Grassroots Footbal).

ERASMUS+: ANTI-DOPING IN FOOTBALL

europaactive.eu: EuropeActive will promote Anti-doping in Football project among EU institutions , 14.2.2019

 

 

Johannes Dürrs Geständnis und seine Aussagen, wonach sein Umfeld und der Langsport allgemein ein Dopingproblem haben und er nicht als allein Schuldiger und Einzeltäter isoliert werden sollte, werden medial anlässlich der Ski-WM erneut aufbereitet und führen zu altbekannten und stereotypischen Reaktionen aus dem betroffenen Sport. Angeheizt wird die Diskussion auch durch viele offene Fragen die russischen Sportler/innen betreffend. 20./22./23.2.2019:

profil.at: Johannes Dürr und seine Dopinggeschichte: Der Weg zurück [Podcast]

stuttgarter-zeitung.de: Russlands Langläufer unter Verdacht; Was ist dran an den Doping-Vorwürfen?

NZZ: Ein Dopingfall mit heftigem Nachbeben: Der Langläufer Johannes Dürr ist die Persona non grata im Österreichischen Skiverband

nd: »Wir sägen uns die Füße ab«

sportschau.de: Angerer traurig über Doping-Generalverdacht im Langlauf

volksstimme.de: Peter Schlickenrieder Langlauf-Coach: "Doping ist eine Charakterfrage"

 

 

Vitaly Mutko wurde nun endgültig als Präsident der Russischen Fußball Union abgelöst und ist nun ohne offizielle Funktion innerhalb des Sports. 2016 musste er seinen Posten als Sportminister aufgegeben und wurde Vizeministerpräsident für Bauaufsicht und Regionen. 17./22.2.2019:

insidethegames.biz.com: Dyukov elected to replace Mutko as President of Russian Football Union

insidethegames.biz: Making out Mutko as his final sporting link is officially severed

 

 

Die externe Untersuchungskommission, die die Korruptions- und Dopingvorwürfe gegenüber dem Internationalen Biathlonverband IBU untersucht, hat jetzt eine Whistleblower-Platform eingerichtet. 21.2.2019:

DLF: Externe Kontroll-Kommission startet

 

 

Der spanische Pro Continental Radfahrer Ibai Salas, Burgos-BH, wurde 2018 in Spanien von der AEPSAD für 4 Jahre gesperrt wegen Auffälligkeiten im Biologischen Pass. Nun hob ein spanisches Gericht (Tribunal Administrativo del Deporte (TAD)) das sportgerichtliche Urteil auf mit der Begründung, die Passwerte seien kein ausreichender Beweis für Doping. Das Team war 2017 und 2018 von mehreren Dopingfällen betroffen.

Das Anti-Doping Tribunal der UCI erkannte demgegenüber im Februar die Werte des Biologischen Passes als ausreichend für die Begründung von Sanktionen an und sprach eine 4-Jahressperre aus für Jaime Roson Garcia, Moviestar. 15./18.2.2019:

cyclingweekly.com: Doping ban for Spanish Pro Continental rider overturned by court

UCI: UCI statement on Jaime Roson Garcia

 

 

Sebastian Coe, IAAF, im Interview. 17.2.2019:

DLF-Sportgespräch „Jeder Sportler muss wissen: Wer betrügt, wird erwischt“

 

 

Die Schweizer Mediziner Vereinigung FMH hat ihre Standesordnung geändert und insbsondere die Vorschriften im Umgang mit Doping und damit dopingrelevanten Medikamenten und Methoden dem WADA-Code angepasst. Die FMH strich insbesondere das Konzept des Medikamentenmissbrauchs, das seit 2002 für den Freizeitsport oder ungeregelte Wettbewerbe galt und erweiterte die Berücksichtigung der Dopinggesichtspunkte für alle Sporttreibenden. Ab sofort gilt auch das Konzept der gegenseitigen Aufklärungspflicht, d. h. die Ärzte müssen alle Patienten über die Auswirkungen und Risiken der Behandlungen auch unter Dopinggesichtspunkten aufklären und die Sporttreibende müssen den Arzt über ihre Teilnahme an einem Wettkampf informieren. Die Ärzte sind damit explizit in der Pflicht, sich mit dem Dopingreglement bekannt zu machen und bestimmte Vorschriften, wie Dokumentation der Beratung einzuhalten, sollte die Notwendigkeit bestehen, verbotene Medikamente zu verschreiben. 13./24.2.2019:

saez.ch: Revision der berufsethischen ­Regeln zum Doping

srf.ch: Ärzte müssen mit Patienten über Doping sprechen

 

 

'Global Athlete' heißt eine neue international agierende Vereinigung von Athleten*innen, die sich für ein starkes Mitspracherecht der Athleten und einen sauberen und korruptionsfreien Sport einsetzen möchten, unabhängig von Verbänden. Organisator ist Radsportler Callum Skinner. Der ehemalige stellvertretende WADA-Direktor Rob Koehler leitet die Gruppe. Finanziert wird sie vorerst vor allem durch FairSport. Die Athleten Kommission des IOC hat sich kritisch und enttäuscht zu der Gründung geäußert. 13./14./21.2.2019:

Global Athlete: International Athlete-Led Movement Launches "to change

sport for the better and bring it into the 21st century"

AP: New athletes group formed to tackle doping in sports

insidethegames.biz: Former WADA deputy director general and Olympic champion to lead new international athlete organisation

insidethegames.biz: Global Athlete criticised by IOC Athletes' Commission as Koehler insists organisation is not a threat to existing bodies

insidethegames.biz: Liam Morgan: New athlete-led group has plenty of questions to answer before it can live up to its promises

 

 

Nordkoreas Anti-Doping-Komitee wurde als non-compliant eingestuft und vorläufig suspendiert. 13./14./15.2.2019:

WADA: WADA declares the Democratic People’s Republic of Korea Anti-Doping Committee non-compliant with World Anti-Doping Code

insidethegames.biz: North Korea declared non-compliant by World Anti-Doping Agency on eve of IOC meeting

cbc.ca: North Korea commits to 'remedy' anti-doping issue

 

 

Dwain Chambers, britischer Sprinter, wurde anlässlich seines Comebacks nicht zu den Glasgow European Indoor Championships eingeladen. Grund sei sein Dopinggeständnis und seine Dopingsperre von 2006. Der Britische Leichtathletikverband hat eine entsprechend Klausel, die im erlaubt Athleten mit Dopingvergangenheit auszuschließen. Allerdings scheint dies nicht konsequent durchgehalten zu werden. 13.2.2019:

telegraph.co.uk: Dwain Chambers barred from competing at Birmingham Grand Prix due to doping past

 

 

IAAF-Präsident Sebastian Coe war Gast de Sportausschusses des Deutschen Bundestages und berichtete in einer nichtöffentlichen Sitzung über die Reformen des Verbandes. 13.21.2019:

bundestag.de: IAAF-Präsident spricht über Reformen

DLF: Sebastian Coe im Sportausschuss „Wir befinden uns in einem Prozess“

 

 

Die luxemburgische Anti-Doping-Agentur ALAD wird die Namen von Personen, gegen die ein Verfahren wegen Verstößen gegen das Anti-Doping-Reglement verstoßen haben, läuft, erst veröffentlichen, wenn ein Urteil vorliegt, dass den Verstoß feststellt. Begründet wird dies mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung und dem Recht auf Unschuldsvermutung. Die Vorgehensweisen sind auf europäischer und internationaler Ebene unterschiedlich, insbesondere Deutschland besteht weitgehend auf Nichtveröffentlichung der vollständigen Namen. 12./13.2.2019:

ALAD: Bilan des contrôles 2018 et Changement dans la politique de communication suite au Règlement général sur la protection des données

tageblatt.lu: Luxemburger Anti-Doping-Agentur: Keine Namen mehr nach positiven Dopingproben

 

 

Australien organisiert seine Anti-Doping- und Anti-Korruptionsstrukturen im Sport neu. Die verschiedenen bereits bestehenden Organisationen werden zusammen gelegt und sollen gemeinsam im Kampf gegen die Herausforderungen gestärkt werden. Insbesondere hofft man, dass Skandale wie der jüngste Cricket-Bestechungsskandal vermieden werden können. 12.2.2019:

sportsintegrityinitiative.com: Protecting the Integrity of Australian Sport

insidethegames.biz: Australian Government establishes new overarching agency to tackle doping and corruption

 

 

Aufgrund des McLaren-Reports wurden vom CAS in einem erstinstanzlichen Verfahren 12 russische Leichtathleten gesperrt. Die Dauer der Sperren liegt zwischen 2 und 8 Jahren. Dies bedeutet auch, dass der McLaren Report durchaus Relevanz für Sanktionierungen hat und Sportverbänden als Basis für Untersuchungen gelten kann. 1./12.2.2019:

tas-cas.org: THE COURT OF ARBITRATION FOR SPORT (CAS)ISSUES DECISIONS IN 12FIRST-INSTANCE DISCIPLINARY PROCEDURES CONCERNING RUSSIAN TRACK AND FIELD ATHLETES

insidethegames.biz: Olympic and world champions among Russian athletes banned after CAS ruling

insidethegames.biz: Reasoned decisions in Russian cases highlight use of McLaren Report evidence in establishing rule violations

 

 

Die laschen Antidoping-Reglements der USamerikanischen Profiligen werden häufig kritisiert, auch vor dem Hintergrund der heftigen Kritik, die von USADA und politischen Kreisen gerne an ausländischen Vorfällen, insbesondere an Russland, geäußert wird und jetzt zu einem Gesetz, dem Rodchenkov Act, führen könnte, das der USamerikanischen Justiz Zugriff auf internationale Sportveranstaltungen mit USamerikanischen Teilnehmern einschl. Sponsoren gewähren soll. Demgegenüber scheint es unmöglich, die Profiligen in den WADA-Code einzubinden. 4./10.2.2019:

USAtoday: Opinion: Super Bowl MVP Julian Edelman shouldn’t even have been playing in the game

insidethegames.biz: Michael Pavitt: Why is doping in the NFL viewed as less important than in Olympic sport

 

 

Das Internationale Paralympische Komitee IPC hob mit Auflagen die Suspendierung des Russischen Paralympischen Komitees auf. Diese Entscheidung wurde jedoch gegen Empfehlungen der IPC-Taskforce getroffen. 8./10.2.2019:

IPC: IPC to lift Russia suspension

insidethegames.biz: IPC lift suspension of Russian Paralympic Committee

insidethegames.biz: IPC taskforce member publicly criticises decision to lift Russia suspension

 

 

Auf Zypern geht die öffentliche Auseinandersetzung zwischen der Fußballervereinigung (Pasp) und dem Club Alki weiter. Zwei Spieler des Clubs hatten bei der Polizei Anzeige erstattet, weil Ihnen vor einem Spiel mit Infusionen unbekannte Substanzen verabreicht wurden, die zu Herzproblemen geführt haben sollen. Der Club streitet jegliches Fehlverhalten ab, Pasp legt Untersuchungen vor, wonach es sich um Actovegin handeln soll, dass angeblich schon seit Jahren gegeben wurde. Nicht erwähnt wird, ob Anti-Doping-Instanzen eingeschaltet bzw. aktiv wurden. 7.2.2019:

cyprus-mail.com: Footballers’ association insist doping took place

 

 

Whistleblowing ist nicht gleich Wistleblowing. Die entsprechenden Plattformen bei Organisationen nehmen zu, doch vor allem wenn Datenleaks die Grundlage von Enthüllungen sind, wird die internationale und nationale Rechtslage schwierig und kann den Whistleblowern große Probleme mit Gefängnis und Zerstörung der Lebensgrundlagen einbringen. Entsprechende Fälle gibt es mittlerweile viele. Der Verantwortliche für die Fußball-Leaks, von denen viele große Zeitungen profitierten und noch profitieren, steht nun vor einer Auslieferung nach Portugal und Anklagen. 6.2.2019:

zeit.de: Jäger und Gejagte

 

 

Der Präsident des Malaysischen Leichtathletikverbandes (MAF), Karim Ibrahim, wurde nun endgültig mit Unterstützung des CAS aus dem Vorstand des IAAF ausgeschlossen. Der Funktionär wurde bereits 2012 in Malaysia wegen Dopingvertuschungsmaßnahmen und Korruption verurteilt, doch das Urteil wurde gekippt und dem weiteren Aufstieg des Funktionärs lag nichts im Wege. 6.2.2019:

sportschau.de: Leichtathletik-Weltverband IAAF räumt auf

sportschau.de: Athletics official removed from IAAF Council

 

 

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies den Einspruch Claudia Pechstein gegen dessen erstinstanzliches Urteil betreff Unabhängigkeit des Internationalen Sportgerichtshof CAS zurück und bestätigte damit dessen Unabhängigkeit. 5.2.2019:

CAS/TAS: La Cour Européenne des droits de l’homme (CEDH) rejette la demande de Claudia Pechstein de renvoyer son affaire devant la Grande Chambre de la CEDH. L’arrêt de la CEDH du 2 octobre 2018 est définitif et exécutoire

zeit.de: Pechstein unterliegt mit Beschwerde über CAS

insidethegames.biz: European Court of Human Rights reject claim for final judicial review in Pechstein doping ban saga

 

 

Wie unabhängig sind in Schweden die Anti-Doping-Strukturen? Der fall der Läuferin Meraf Bahta wirft Fragen auf. 4.2.2019:

sportschau.de: Verdacht der Dopingvertuschung

 

 

Über Doping im deutschen Radsport gab es in den letzten Jahren wenig zu berichten, doch es gibt Fälle. 2.2.2019:

DLF: Rückfall in alte Zeiten?

 

 

Johannes Dürr spricht im Interview u.a. über seine Erfahrungen nachdem er seine Doping-Geschichte in der ARD öffentlich darlegte. 1.2.2019:

spiegel.de: Dürr "Es ist kein gutes Gefühl, als Verräter dargestellt zu werden"

 



Januar 2019

Drei europäische Kandidaten, alle Sportminister ihres Landes, haben sich für die Wahl des künftigen WADA-Präsidenten bereit erklärt. Der polnische Kandidat Witold Banka hat nun in einer internen Abstimmung der europäischen WADA-Gruppe CAHAMA deutlich vor der kämpferischen Linda Helleland und Philippe Muyters gewonnen. 30.1.2019:

insidethegames.biz: Banka given boost in bid for WADA President after winning CAHAMA vote to be European contender

 

 

Am 30.1. befasste sich der Sportausschuss in einer nichtöffentlichen Sitzung mit dem Schreiben und den in einem Dossier aufgeführten Vorwürfen von vier bekannten Anti-Doping-Kämpfern, in dem sie dem Doping-Opfer-Hilfeverein, insbes. auch der ehemaligen Vorsitzenden Ines Geipel, schwere Verfehlungen vorwerfen. Die Auseinandersetzungen eskalierten während der DOH-Jahresmitgliederversammlung an der auch der Anti-Doping-Preis 2018 vergeben wurde. Auch die Preisträger waren in die Kritik mit aufgenommen worden. Anlässlich der Sportausschusssitzung reagierten jetzt der neue Vorsitzende der DOH Michael Lehner und die FAZ. 29./30.1.2019:

Michael Lehner: Brief an Prof. Werner Franke : „Warum kündigen Sie den Doping-Opfern Ihre Loyalität auf?“

FAZ: Sind Opfer Versager?

bundestag.de: Streit um Dopingopfer-Hilfe

 

 

Die NADA hat eine Kooperation mit Sportradar beschlossen, um in Dopingfällen die Nachforschungen zu optimieren. 29.1.2019:

NADA: NADA und Sportradar vereinbaren Zusammenarbeit

 

 

Die Berlinger AG wird weiterhin Dopingkontrollflaschen produzieren und revidiert damit ihren Entschluss nach den festgestellten Problemen in den letzten Jahren, sich aus dem Herstellung zurück zu ziehen. Nach Aussage der WADA bleibt es Angelegenheit der Verbände, welche Flaschen die Verbände einsetzen möchten. 28./29.1.2019:

Berlinger: Berlinger Confirms Continued Production of Its Anti-doping Products

insidethegames.biz: Berlinger reverse decision to withdraw from anti-doping process following problems with sample bottles

sportsintegrityinitiative.com: Questions remain over Berlinger’s reversal of withdrawal from anti-doping

 

 

Kobald scheint ein wirkungsvolles Dopingmittel zu sein. Es ist schon verboten, doch ein Grenzwert ist noch nicht festgelegt. 28.1.2019:

br.de: Wirkt wie Epo – neue Studie zu Kobalt alarmiert Dopingfahnder

 

 

Widersprüchliche Aussagen über eine Dopingprobenentnahme beim chinesischen Schwimmstars Sun Yang. Die FINA nahm dies hin und sprach den Athleten frei, die WADA untersucht. 27./28.1.2019:

the times: Olympic champion Sun Yang abuses drug testers

FINA statement – Sun Yang

FAZ: Der Mann mit dem Hammer und die Doping-Probe

 





Ivan Waddington, 2019:
My argument about the limtations of any policy based on biological testing is more fundamental and it is this: no matter how technically sophisticated and effectiv the analysis of urine and blood samples may become, and no matter how sophisticated the process of biological profiling may become - and also assuming that major problems involving corruption and lack of commitment to anti-doping among some anti-doping and federation officials (WADA, 2013) can also be overcome - such techniques will, by their very nature, remain inherently incapable of telling us anything at all about the social proesses which constrain and encourage and facilitate and conceal drug use in sport. ... such tests can tell us nothing about the culture of doping, or about relationships between drug-using athletes, doctors, managers, coaches, drug suppliers, and others in the doping network. In other words, the results of thus tests - even where they are sucessful in identify individual drug-using athletes - can tell us nothig about those processes an understanding of which is essentiel for an understanding of drug use in sport. And without a proper understanding, the possibilities of effective control are minimal.
......................................................

David Howman, ehemaliger WADA-Generaldirektor und heute Leiter der IAAF Integrity Unit , fordert Änderungen im Anti-Doping-Kampf. Angesichts des hohen Aufwands mit geringem Ergebnis müssten die Abläufe einschl. der Nachweismethoden dringend überprüft werden. 26.1.2019:

telegraph.co.uk: Former head of Wada claims drug-test methods not fit for purpose - 'organised crime has a field day in sport'

spiegel.de: "Warum gibt es mehr Schutz im Sport als bei Mord?"

Hintergrund

WADA: REPORT TO WADA EXECUTIVE COMMITTEE on LACK OF EFFECTIVENESS OF TESTING PROGRAMS, 2012

>>> c4f: Dossier Reform Anti-Doping

 

 

Der Russische Leichtathletikverband zog seinen Einspruch vor dem CAS gegen seine Suspendierung durch die IAAF zurück. 25.1.2019:

insidethegames.biz: Russian Athletics Federation withdraw CAS appeal against IAAF suspension

 

 

Russische Ruderer haben auf Veranlassung des früheren Verbandspräsidenten Veniamin Bout im Juli 2018 Klage gegen Richard McLaren vor dem Ontario Superior Court of Justice auf 4,5 Mio $ Schadensersatz erhoben. McLaren wurde aber erst jetzt ein halbes Jahr später vom Kläger wie vorgeschrieben darüber informiert. Sie waren nach Veröffentlichung des Mc Laren Reports von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio ausgeschlossen worden. 23./24.1.2019:

sputniknews.com: Russian Athletes File Multi-Million Defamation Lawsuit Against McLaren

rt.com: ‘It’s about honor & dignity’: Russian athletes file $4.5mn lawsuit against McLaren

 

 

Die norwegische Sportministerin Linda Helleland hat mit einem 4-Punkte-Programm ihre Kandidatur zur WADA-Präsidentin formal eingereicht. 24.1.2019:

MS LINDA HELLELANDS BID TO BECOME THE 4 TH PRESIDENT OF THE WORLD ANTI-DOPING AGENCY. WADA FIT FOR PURPOSE. FIT FOR THE FUTURE.

insidethegames.biz: Helleland formally launches bid for WADA Presidency with four point plan for reform

 

 

WADA-Chefermittler Günter Younger, erläutert in einem Interview mit der FAZ, die Gründe für die Verspätung, die letztlich auch für die WADA zwingend gewesen seien, um die weitere Auswertung juristisch abzusichern. Er äußert sich insgesamt positiv über die Zusammenarbeit mit den zuständigen russischen Stellen. 21.1.2019:

FAZ: Hunderte vertuschte Doping-Fälle in Moskau

>>> c4f: Zitate aus dem Interview

 

 

Reaktionen auf die WADA-Entscheidung zur RUSADA:

iNADO: iNADO offers WADA support following controversial decision

NADA: Nationale Anti-Doping Organisationen reagieren auf den Compliance-Status der RUSADA

insidethegames.biz: RUSADA director general warns next WADA deadline more difficult than handing over data

 

 

Die RUSADA wird ihren compliance-Status unter Auflagen behalten. Das beschloss das WADA Executive Committee auf Empfehlung des Compliance Review Committees (CRC). Entscheidend wird sein, dass die erhaltenen Daten original sind, keine Manipulationen beinhalten und Russland die nach Prüfung der Unterlagen benötigten nicht manipulierten Proben zur Nachprüfung zur Verfügung stellt. 22.1.2019:

WADA: WADA Executive Committee endorses CRC recommendation to continue applying conditions of RUSADA compliance

sportschau.de: Russlands Doping - noch immer mehr Fragen als Antworten

https://www.sportschau.de/doping/Russia-doping-more-questions-than-answers-100.html>sportschau.de: Russia doping saga still posing more questions than answers

 

 

Die IAAF vergab an 42 russische Athleten und Athletinnen für 2019 den neutralen Status, der es ihnen erlaubt, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen. 21./22.1.2019:

IAAF: IAAF approves the application of 42 Russian athletes to compete internationally as neutral athletes

insidethegames.biz: IAAF grant neutral status for 42 Russian athletes in 2019

 

 

Reaktionen aus Österreich auf Johannes Dürrs Dopingangaben. 20.1.2019:

sportschau.de: Blutige Langlauf-Angelegenheiten

sportschau.de: Staatsanwalt: "Sehr bedeutsame Informationen"

Hintergrund >>> c4f: Österreich und Doping

 

 

Beispiel zu den unterschiedlichen Organisationsstrukturen der nationalen Anti-Doping-Organisationen: Die französische Agentur AFL hat zum 1.1.2019 Reformen eingeführt. Hierzu müsste erst das französische Gesetz geändert werden. Danach werden ab sofort alle Dopingverstöße nicht mehr von den Sportorganisationen, sondern von einer Kommission der AFLD bearbeitet. Zudem sollen die Verfahren verkürzt werden können. Auch die Rechtsprechung obliegt der AFL. In Deutschland wird diese von der NADO an das Deutsche Sportschiedsgericht weiter gegeben, sofern überhaupt die Verbände das Ergebnismanagement in die Hände der NADA gelegt haben. Ein weiterer Unterschied in der Organisation der Anti-Doping-Organisation besteht z.B. darin, dass das Anti-Doping-Labor, 2018 von Châtenay-Malabry nach Orsay umgezogen, zwar einer Universität angegliedert, aber Teil der AFLD ist. 20.1.2019:

spe15: Les nouvelles procédures anti-dopage de l’AFLD

 

 

Nationale Anti-Doping-Agenturen sind die Herzstücke des internationalen Antidopingkampfes. Eine Voraussetzung sollte sein, dass sie unabhängig agieren können. Wie solch eine Unabhängigkeit aber aussehen sollte, bleibt ungeklärt. Die NADO sind weltweit in unterschiedlichster Weise organisiert einschl. ihrer Finanzierung. 19.1.2019:

DLF: Wie unabhängig sind die nationalen Doping-Aufseher?

 

 

Im April 2018 hob der CAS die vom IOC verhängte Sperren in Folge der Sotchi-Affaire von 28 russischen Sportler*innen auf. Daraufhin erhob das IOC vor dem Schweizer Bundesgericht erst einmal nur in einem Fall, dem Langläufer Alexander Legkow, Einspruch. Dieser wurde jetzt zurückgewiesen. Das IOC verzichtet nun auf die Weiterverfolgung der anderen 27 Fälle. 18./19./21.1.2019:

IOC: IOC disappointed at decision of Swiss Federal Tribunal

insidethegames.biz: Swiss Federal Tribunal reject IOC appeal against CAS decision to clear Legkov of doping

sportschau.de: IOC verliert vor Schweizer Gericht - 28 russische Sportler freigesprochen

sportsintegritiyinitiative.com: IOC accused of hiding evidence that Russian athletes were not doping

 

 

Ist ein wirksamer Antidopingkampf nur möglich im Verzicht auf fundamentale Menschenrechte, mit totaler Kontrolle? Sportpsychologe Prof. Dr. Oliver Stoll spricht im Interview über die Dilemmata des Leistungssportsystems, in dem er selbst vor der Entscheidung stehen könnte, seine Arbeit innerhalb dieses Systems aufzugeben. Er betrachtet die Aussagen Johannes Dürrs als glaubwürdig. 17./18./20.1.2019:

Meinung: Er wäre nicht der erste, der aus Gründen eigener Glaubwürdigkeit und Integrität diesen Schritt zurück machte (drop out durch Doping). Oliver Stolls Antworten im zu lesenden Interview wirken so, als seien ihm die von Dürr geschilderten Bedingungen, in die Leistungssportler geraten, bislang nicht vertraut. Das entspräche dem altbekannten und von Seiten des Sports gerade wieder aktuellen Reaktionsmuster, wonach Geständnisse als neue, Erstaunen hervorrufende Erkenntnisse dargestellt werden. Dürr schildert nichts Neues, er beschreibt nur wieder, wie viele Sportler*innen und Kenner des Systems zuvor, die Mechanismen. die eine Dopingkarriere provozieren können und die längst Teil einer glaubwürdigen Dopingprävention sind bzw. sein sollten.

sportschau.de: „Stimmen Dürrs Aussagen, hat der Leistungssport ein Problem“

sportschau.de: Warum Sportler dopen

zu Reaktionen auf Dürrs Aussagensiehe hierzu auch folgenden Kommentar: SZ: All die schwarzen Schafe

 

 

Ex-Bobpilot Alexander Zubkov wurde zuletzt vom CAS für schuldig befunden, anlässlich der OS in Sotchi Urin manipuliert zu haben und zusammen mit drei anderen russischen Bobfahrern für je zwei Jahre gesperrt. Dennoch ist er Präsident des russischen Bobverbandes. Ein Moskauer Gericht hatte zudem in erster und zweiter Instanz geurteilt, dass Zubkov seine Medaillen behalten kann, da das CAS in Russland keine Relevanz habe. Das Russische Olympische Komitee forderte nun Zubkov auf, als Präsident des Bobverbandes RBF zurück zu treten. Wenn dieser sich weigert, droht die Suspendierung des Verbandes durch den Internationalen Bobverband IBSF.

Af Druck trat daraufhin Zubkov zumindest vorübergehend von seinem Amt zurück. 17./22.1.2019:

insidethegames.biz: Doping ban prompts ROC to call for Zubkov to stand down as Russian Bobsleigh Federation President

insidethegames.biz: Sochi 2014 bid leader takes interim charge as Zubkov temporarily steps down as RBF President

 

 

Die Übertragung der Daten des Moskauer Anti-Doping-Labors für die WADA ist abgeschlossen. 17./18.1.2019:

WADA: WADA successfully retrieves data from Moscow Laboratory

sportschau.de: McLaren: "Daten aus Moskau könnten Hunderte Dopingfälle offenlegen"

 

 

Der österreichische Langläufer Johannes Dürr wurde vor den OS in Sotchi positiv auf EPO getestet. Jetzt hat er seine Dopinggeschichte erzählt. Dabei gibt er Hinweise auf verbreitetes Doping im Skilanglauf, Spuren führen auch nach Deutschland. Namen nennt er keine, so dass das unterstützende Umfeld kaum fassbar ist. Der ÖSV dementiert jedenfalls jegliches Mitwissen und betont, dass das gesamte Betreuerumfeld bestens vom Verband zu Antidopingfragen geschult werde. 16./17./19.1.2019:

sportschau.de: Doping im Langlauf. Geheimsache Doping - der betrogene Betrüger

sportschau.de: Cross-Country Skiing. The Duped Cheat

sportschau.de: ÖSV-Sprecher: „Schwarze Schafe sind nie auszuschließen“

sportschau.de Die große Heuchelei

DLF: Doping-Ermittlungen nach ARD-Doku„Dass man so zu einem Fall kommt, ist eine Ausnahme“

 

 

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Anfang Februar 2019 muss sich der ehemalige Arzt des Britischen Radsportverbands und des Teams Sky vor dem Britain’s General Medical Council (GMC) wegen illegaler Verschreibungspraktiken verantworten. 15./16.1.2019:

velonews.com: Former Team Sky doctor to face misconduct probe over doping claims

sportsintegrityinitiative.com: Testogel, doctors, British Cycling, TUEs & a false perception of cheating

Hintergrund >>> c4f: Team Sky und Doping

>>> c4f: Dr. Mark Bonar

 

 

Der belgische Arzt Dr. Chris Mertens wurde wegen Verletzungen des Dopingreglements, explizit um Behandlungen mit Eigenblut-Ozontherapien, von dem Gericht in Leuven zu 6 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt (Belgien hat seit 1965 ein Anti-Doping-Gesetz). Die Angelegenheit war bekannt geworden, als Radrennfahrer Tom Meeusen Anfang des Jahres 2013 untersagt wurde, ein Rennen zu fahren, da er in Ermittlungen um Arzt Mertens, die 2012 begannen, eingebunden sei. Bei einer Hausdurchsuchung in der Arztpraxis wurden verschiedene Unterlagen, auch Patientendossiers, sicher gestellt. Auch der belgische Radsportverband war damals unter Druck geraten (live-radsport.ch, 7.1.2013). Im nun abgeschlossenen Gerichtsverfahren ging es um drei Anklagepunkte, die den Zeitraum zwischen dem 7. Januar 2009 und dem 2. Januar 2013 betrafen: die Anwendung von Ozontherapien, Injektionen mit Eisen- und Eiweißpräparaten und um Unterstützung von Sportlern bei der Umgehung des Dopingreglements. Zu den Patienten des Arztes gehörten 20 Sportler/innen, darunter die Radsportler Van Avermaet, Ben Hermans, Kevin Hulsmans, Bart Wellens, Tom Meeusen, Vincent Baestaens, Bert Jammaer und Rob Goris. 15.1.2019:

nieuwsblad.be: Zes maand cel met uitstel voor ozondokter: mailverkeer met sporters deed hem de das om

hln.be: Ozondokter krijgt zes maanden met uitstel

 

 

Die UCI wird erst ab dem 1.3.2019 das opiodhaltige Schmerzmittel Tramadol in Wettkämpfen verbieten, nicht schon ab dem 1.1. wie ursprünglich geplant. Tramadol ist bei uns nicht verschreibungspflichtig und soll insbesondere im Radsport häufig eingesetzt werden. Es hat einen negativen Einfluss auf das Fahrverhalten und kann abhängig machen. Die WADA untersucht noch ein mögliches Verbot.

Andere opioidhaltige Schmerzmittel sind längst zu einem großen Problem im Sport und Gesellschaften geworden. In den USA sind es Mittel wie Oxycodon und Fentanyl. Obwohl verschreibungspflichtig werden sie unkontrolliert verordnet und illegal hergestellt und vertrieben. Die Pharmaindustrie widersetzt sich seit Beginn der Markteinführung einer stärkeren Kontrolle, es ist ein Milliardendollarmarkt. Im Jahr 2011 wurde eine Untersuchung der Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) über den Schmerzmittelmissbrauch in der NFL veröffentlicht. Danach litten nach dem Karriereende nicht wenige Sportler an einer Schmerzmittelabhängigkeit. Die Forscher plädierten an die Sportverantwortlichen, Präventionsprogramme zu entwickeln, doch aus der NFL kam nur die Antwort, die regelmäßig durchgeführten Drogentests würden ausreichen - allerdings sind diese Termine den Sportlern immer im Voraus bekannt. Eine Hilfe nach der Karriere existiert nicht. 15.1.2019:

UCI: Tramadol ban: All you need to know

cyclingnews: Tramadol ban to come into effect on March 1

ESPN: Painkiller misuse numbs NFL pain, 28.1.2011

 

 

Stimmen zum Stand der Causa WADA/Russland. 14./15.1.2019:

sportsscientists.com: Ross Tucker: WADA, Russian doping, ‘realpolitik’ and the ignored voice of athletes

ssportsintegrityinitiative.com: Andy Brown: How sport’s failure to hold Russia to account led to an unacceptable situation

sportschau.de: Nick Butler, Hajo Seppelt: Fiasko im Fall Russland steht für Versagen des Anti-Doping-Systems insgesamt

 

 

Die digitalen Möglichkeiten werden den Leistungssportsport entscheidend verändern. Vieles mutet wie Phantastereien an, doch angesichts dessen, was heute schon möglich ist, dürfte die zu erwartende Realität den heutigen Leistungssport und damit verbundenen Diskussionen als Peanuts erscheinen lassen. 13.1.2019:

DLF Sportgespräch: Sascha Schmidt „Die Frage ist, wie Fairness hergestellt werden kann“

 

 

Im November 2018 urteilte das höchste Moskauer Gericht, dass Bobfahrer Alexander Zubkov seine beiden Goldmedaillen von den OS in Sotchi behalten kann und damit das anderslautende CAS-Urteil für ungültig erklärte. Das IOC erhob Einspruch und verlor jetzt.

Derweil beklagt der Russische Bobverband den Verlust an Sponsoren aufgrund der Dopingvorfälle. 11./12.1.2019:

AP: Russian court says bobsledder can keep Olympic titles

insidthegames.biz: Zubkov admits sponsors have fled Russian Bobsleigh Federation following doping scandals

 

 

Wie sicher sind die Dopingkontrollflaschen, in denen die Proben gelagert werden, zu verschließen? Diese Frage stellt sich erneut, nachdem ein norwegischer Sportler mit einem Video Probleme mit dem Verschließen einer Blutprobe aufzeichnete. 11.1.2019:

spiegel.de: Einmal kräftig gedreht, dann war das Ding offen

 

 

Ein weiterer Sportminister aus Europa zeigt Interesse an der Nachfolge von Craig Reedie als WADA-Präsident. Der flämische Sportminister Philippe Muyters wurde angeblich dazu überredet, sich nominieren zu lassen. Dabei scheint es vor allem darum zu gehen, eine Alternative zu Linda Helleand zu finden, die wohl vielen zu 'radikal' agiert. Europa kann nur einen Kandidaten/eine Kandidatin nominieren. 10.1.2019:

insidethegames.biz: Flemish Sports Minister Muyters declares intention to stand for WADA President

 

 

Die WADA erlaubt das Einatmen von Sauerstoff, die FIS nicht. Die FIS aberkannte nun Stefan Luitz den Weltcupsieg in Beaver Creek-Rennen vom 2.12.2018, der vor dem Rennen mit Sauerstoff versorgt worden war. Die Teamleitung gab an, die FIS-Regelung nicht geknnt zu haben. Bekannt wurde der Verstoß aufgrund eines anonymen Hinweises. 7./10./14./15./28.12.2018/10.1.2019:

skionline.ski: DSV-Läufern droht nachträgliche Disqualifikation

SZ: Der Fall Luitz darf nicht bagatellisiert werden

spiegel.de: Saurer Stoff

spiegel.de: Ski-Weltverband will Luitz Sensationssieg aberkennen

sportschau.de: Deutscher Alpinchef will FIS-Disqualifikation nicht hinnehmen

DLF: Fall Luitz„Viele Leute haben geschlafen“

DLF: Luitz wehrt sich gegen Disqualifizierung nach Weltcup-Sieg

FIS: FIS Hearing Panel Ruling on Stefan Luitz Case

 

 

Die WADA griff die Diskussion um den Dopingtest des 90jährigen Radsportlers auf und betonte, sie arbeite an dem Komplex, doch einfach sei dies nicht zu lösen. Es sei ihr aber wichtig, nicht Sportler zu bestrafen, die unverschuldet positiv getestet würden aufgrund nationaler Gegebenheiten wie verbreitete Fleischkontaminationen und erlaubter Nahrungsergänzungsmitteln mit vielen und hohen Anteilen und Verunreinigungen verbotener Substanzen. Die WADA fordert die USADA auf, sich in den USA und vor allem bei der amerikanischen Nahrungsergänzungsmittel-Industrie verstärkt dafür einzusetzen, dass die breite Palette der Nahrungsergänzungsmittel dopingmittelfrei seien. 10.1.2019:

insidethegames.biz: WADA claim "continuously striving" to catch cheats and not accidental dopers after 90-year-old cyclist fails test

Hintergrund: Nahrungsergänzungsmittel haben in den USA eine lange Tradition und sind seit Jahrzehnten in der Gesamtgesellschaft weit verbreitet. Die größten Dopingskandale stehen damit in Verbindung. Hersteller, Trainer und Anti-Aging-Kliniken nutzten die Möglichkeiten. Der Markt ist höchst lukrativ.

>>> c4f: USA und Doping, Affairen

 

 

Der Fall eines 90jährigen Radsportlers, der nach einem Weltrekord positiv auf Trenbolon getestet wurde, schlug weltweit hohe Wellen. Der Fahrer verlor seinen Rekord, wurde aber nur verwarnt und kann weiter starten. Die Ursache des Befundes konnte nicht geklärt werden, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist kontaminiertes Fleisch die Ursache, aber auch ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel könnte nicht völlig ausgeschlossen werden. Sicher sei, dass keine Absicht dahinter stand. Die USADA musste sich nach Bekanntwerden des Falles vieler Kritik stellen. Kontrollen von Sportlern in diesem hohen Alter werfen u.a. die Frage auf, ob der organisatorische und finanzielle Aufwand noch verhältnismäßig ist. Trevis Tygart verteidigt die Kontrolle damit, dass es sich um einen Weltrekord gehandelt habe, hier sei eine Kontrolle vorgesehen. Zudem setzte sich die USADA seit Längerem dafür ein, dass die WADA-Verbotsliste verschlankt werde und damit Fälle verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel und Kontaminationen von Fleisch nicht mehr verfolgt würden und geringe Mengen verbotener Substanzen nicht mehr automatisch eine zu einer Sanktion führen würden. 8./9.1.2019:

nelonews.com: USADA CEO: 90-year-old’s world record triggered doping test

insidethegames.biz: USADA chief Tygart explains reasoning for test on 90-year-old amateur cyclist

AP: In shaming 90-year-old rider, anti-doping earns a black eye

 

 

Seit Oktober 2016 wurden zu 434 Fällen Hinweise bei der WADA-Hotline eingegangen. Die WADA selbst kann jedoch nur etwa 20% davon behandeln, da ihr die nötigen finanziellen und personellen Ressourcen fehlen. Die Hinweise werden an Polizeibehörden, Sportverbände oder Nationale Anti-Doping-Organisationen weitergeleitet. Doch lediglich zwei Ermittler sind vorhanden, um nach zu verfolgen, zu welchen Ergebnissen sie führten. 4./5./7.1.2019:

nd: Günter Younger »Der Betrug stört sie einfach«

neues deutschland: WADA-Chefermittler Younger wünscht sich mehr Mitarbeiter, aber kein Zeugenschutzprogramm

sportsintegrityinitiative.com: WADA’s Intelligence & Investigations Department covering 20% of cases

 

 

Das WADA-Team, das unverrichteter Dinge aus Moskau zurück musste, erhält nun doch Zugang zu der Datenbank des Moskauer Labors. Die Sunday Times hatte zuerst davon berichtet. Dies wurde angeblich letzte Woche von Sportminister Pavel Kolobkov zugesichert. 6./7.1.2019:

The Sunday Times: Russia finally relents in doping stand-off

sid: Medien: Russland zu Übergabe von Labordaten bereit

WADA: WADA expert team to return to Moscow

 

Sollte die ungehinderte Übergabe der Daten tatsächlich erfolgen, wäre das für David Walsh der lang gewünschte Durchbruch für saubere Athlet*innen und die WADA, ungeachtet der vielen unwürdigen Hinhaltetaktiken im Vorfeld. Er gibt zu bedenken, dass Russland von vielen als das große Übel angesehen wird, aber der Westen/Großbritannien seine eigenen großen Skandale im Auge behalten sollte, die längst nicht alle aufgeklärt sind wie z.B. die Vorgänge rund um das Nike Oregon Project und rund um Team Sky und British Cycling, zu denen sich Anfang Februar Arzt Richard Freeman vor dem General Medical Council einer Anhörung stellen muss. 6.1.2019:

The Sunday Times: Justice looming for Russia after years of giving Wada the runaround

 

 

Nachdem die WADA-Kommission keinen Zugang zu den Daten im Moskauer Labor erhalten hat, werden die Forderungen der Kompromissbereitschaft der WADA und damit nach der erneuten Suspendierung der RUSADA laut. Das WADA-Exekutiv Komitee wird Mitte Januar darüber entscheiden. IOC-Präsident Bach sieht allerdings keinen Grund zum harten Handeln, Russland sei genug bestraft, daher werde das russische Olympische Komitee weiter zugelassen und damit auch die russischen Sportler*innen für die Olympischen Spiele 2020. 1./2./3./4./6./10.1.2019:

WADA: WADA update on extraction of Moscow Laboratory data and RUSADA compliance status

WADA: Statement from the WADA Athlete Committee on Russian Compliance situation

NADA: Statement from National Anti-Doping Organisations on Russia Compliance Deadline (Australia, Austria, Canada, Denmark, Finland, France, Germany, Ireland, Japan, Netherlands, New Zealand, Norway, Poland, Singapore, Sweden, and USA)

Sport Ireland: Sport Ireland Statement on Russia Compliance Deadline

UKAD: UKAD releases statement following Russia’s missed WADA deadline

BBC: Russian doping: Wada vice-president wants 'rapid' action after deadline missed

insidethegames.biz: WADA urged to "immediately" declare Russia non-compliant as global response to deadline miss continues

Samuelsson (athlet) / Taylor (WADA): Open Letter from Sebastian Samuelsson to the Chair of WADA Compliance Committee, Mr. Jonathan Taylor and answer

BBC: Russian doping: Head of key Wada panel defends waiting to decide on next action

insidethegames.biz: IOC Athletes' Commission call for WADA Compliance Review Committee to recommend immediate measures after missed RUSADA deadline

insidethegames.biz: Richard Pound: What's really going on?

sportsintegrityinitiative.com: Another point of view* from Doug MacQuarrie, Chair of iNADO

 

 

Neujahrsmitteilung an die WADA-Stakeholder von Reedie und Niggli. 5.1.2019:

WADA: New Year Message to Stakeholders from WADA President and Director General

 

 

Ex-Radsportler Christophe Bassons, vor allem bekannt wegen seiner klaren Anti-Doping-Haltung während seiner aktiven Zeit in der Armstrong-Ära und von diesem damals öffentlich gemobbt, ist seit einigen Jahren in Frankeich eingebunden in den Doping-Kontrollprozess und in die Prävention. 2012 wurde ihm nach einem Amateurrennen, an dem er teilnahm, vorgeworfen, er habe sich einer Dopingkontrolle entzogen und wurde für vom Französischen Radsportverband FFC für ein Jahr gesperrt. In der Revision wurde die Sperre auf einen Monat verkürzt. Bassons ging vor Gericht und verklagte den Verband, der ihn von allen Vorwürfen frei sprach und den Verband zu einer Geldstrafe verurteilte. Daraufhin ging der FFC in Berufung und verlor, der zu zahlende Geldbetrag an Bassons wurde noch erhöht. 4./7.1.2019:

sport365.fr: Cyclisme – Justice : Bassons obtient gain de cause face à la Fédération Française

Le Monde: Dopage : Christophe Bassons blanchi par l'AFLD, 2.5.2013

cyclingweekly.com: Anti-doping campaigner Christophe Bassons given compensation by French federation after ban

 

 

FairSport, eine unabhängige Organisation, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Athletinnen und Athleten weltweit umfassend zu unterstützen, wenn sie gegen Korruption und Doping im Sport aussagen möchten, setzen sich für Linda Helleland in ihrem Wahlkampf zur WADA-Präsidentin ein. Neben juristischer, finanzieller Begleitung bietet FairSport auch Hilfe im Umgang mit den Medien und Hilfe bei der Lebensplanung an. Im Verein engagieren sich u.a. Claudia Böckel, Athletensprecherin, und Joseph de Pencier, iNADO-Mitbegründer. Helleland fordert seit Langem von der WADA ein konsequente Vorgehen gegen Russland und stellt sich offen gegen das Taktieren und Gemauschel der WADA-Spitze, insbesondere von Craig Reedie. 3.1.2019:

insidethegames.biz: FairSport give official backing to Helleland in race for WADA Presidency

 







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